Blue tri Merle

 

 Merle Baby

 

Merle

 

Uns ist natürlich bewußt, dass wir allein durch den Kauf eines Merle Rüden aus USA wenige Freunde und Befürworter in Deutschland gewinnen werde (in USA ist das ja sowieso kein Problem, aber bei uns ist wie immer mit Anfeindung zu rechnen). Der Wunsch nach einem Merle Bulldog ist aber schon seit einiger Zeit bei uns vorhanden und nun haben wir uns diesen Wunsch erfüllt.

 

Leider ist in Deutschland sehr wenig Information über Merle zu bekommen, alles was man findet, beschränkt sich wie immer fast ausschließlich darauf, dieses "Merle Muster" und die Züchter derselbigen, samt Liebhaber zu verteufeln.

Es gibt fast nur Kritik und Rufe nach Zuchtverboten.

 

Mehr oder weniger durch Zufall fanden wir auf "amerikanischen" Seiten Merle Bullys, von denen wir völlig begeistert waren.

Hier war auch gute Information zu lesen. Da es ja noch keine Merle Bullys in Deutschland gibt, informierte ich mich auch bei anderen Rassen bezüglich Merle und entgegen der Aussagen in Deutschland, zum Beispiel bei den Chihuahua's, die Tiere seien nicht anerkannt und erhielten keine Papiere erfuhr ich, daß in USA diese Tiere schon immer volle Papiere erhalten.

Die dortigen Vereine haben erkannt, dass es sinnvoller ist, hier die Züchter aufzuklären und Hilfestellung zu geben. Dies ist der richtige Weg! Diese Zuchtrichtung wird nämlich auch in Deutschland Ihre Liebhaber finden!

Wer einmal diese schönen Tiere gesehen hat, die teilweise aussehen wie auf der Farbpalette gewälzt, wird genauso begeistert sein wie ich!

 

Seriöse Zucht liegt doch letztendlich immer am Züchter selbst! Das wichtigste Wort hier heißt Wissen aneignen und verantwortungsvolle Verpaarungen zu machen.

Man darf nicht verschweigen, daß bei Merle auch Gesundheitsprobleme auftreten können, die im direkten Zusammenhang mit dem Merlefaktor stehen. Diese entstehen jedoch dann, wenn der Züchter entweder aus Unkenntnis oder entgegen besseren Wissens, eine Anpaarung von Merle X Merle oder Merle X Merleträger (ein Hund der schon einem Elternteil oder auch andere Ahnen mit Merlefaktor hat) oder Merleträger X Merleträger durchführt.

Hier können Tiere mit Hörfehlern, Augenproblemen bis hin zu blinden Tieren sowie spätere Unfruchtbarkeit auftreten. Sogenannte "Weißtiger" weiße oder fast weiße Bullys die aus solchen zu engen Verbindungen entstehen haben meist Probleme.

 

Eine Anpaarung mit Bulldogs ohne Merlefaktor also "ganz normaler Bullys" mit Merle ist jedoch völlig unproblematisch und in USA tausendfach ohne Komplikationen durchgeführt worden.

 

Erwähnen möchte ich auch, dass gerade der VDH und seine Züchter seit Jahren und Jahrzehnten Merle Hunde züchten (Tigerdackel, Doggen, Collies und viele viele andere) Leider haben sich die wenigsten Züchter damit beschäftigt, sondern sie übernehmen einfach eine Meinung von anderen. Tigerdackel, Collies und auch die hochgezüchteten Tigerdoggen sind schick, auch das neue "Piebald" ist super....und die Merle Bullys werden ebenso einzug halten. Andere Länder - übrigens auch FCI - wie Finnland haben keinerlei Probleme mit Rassen die auch in Merle gezüchtet werden!!!

Was ist Merle? Merle ist keine Farbe, es ist ein Muster. Es handelt sich um ein Gen welches bei vielen Hunderassen, bei Pferden und sogar bei Mäusen vorkommt.

 

Merle ist weder eine neue Farbe noch kommt sie durch merkwürdige Kreuzungen zustande. Derzeit wird in USA erforscht, woher das Merlegen kommt.

Merle ist immer verdünnte Farbe (also Verdünnung von schwarz zu blau). Das Blue-Merle Tier hätte eigentlich eine schwarze Normalfarbe - die Merlezeichnung erscheint blau, grau oder blaugrau. Das schwarze Fell umfaßt die Merlezeichnung. Das gleiche trifft sinngemäß auf rot zu, also das Normalfell ist dunkler (auch schwarz), die Merlezeichen heller. Zu der Merlezeichnung mit der entsprechenden Farbgebung können weitere Abzeichen in weiß und in Tan-Abzeichen (nur Beine und Kopf) kommen.

 

Farbverdünnungen kommen auch bei Nichtmerle-Bullys vor, siehe blau, lilac, blau-weiß usw. Hier spricht nach Jahrzehnten des Lernens der Züchter und Beachten der Zuchtgrundlagen, bei vielen Rassen kein Mensch mehr über die Blauzucht!

Von einem "schmutzigen" Merle spricht man, wenn die Farben am Körper von anderen als den erwünschten (blau oder creme-rot ) durchsetzt sind z.B. Rost, braun in Blue-merle oder weiße Flecken.

 

Wie soll man Merle verpaaren?

Wichtig bei der Zucht ist, Merle und Merle-Tiere auf keinen Fall miteinander zu verpaaren! Dagleiche gilt für Merle und Merleträger und Merleträger und Merleträger-Anpaarungen.

Hier können u.Umständen sogenannte Weißtiger geboren werden, welche mit Defekten im Innenohr, Augenproblemen und wie mir eine amerikanische Züchterin erklärte, auch angeborene Herzdefekte geboren werden könnten!

Merleträger sind ALLE Tiere die in ihren Abstammungen merle führen (hier sind nicht nur die Tiere der ersten, sondern auch aller weiteren Generationen gemeint).

 

Ein verantwortungsvoller Züchter wird peinlichst darauf achten, denn er will schließlich kein Risiko eingehen und wird mit Sorgfalt die Ahnentafeln überprüfen und u.U. sogar nachforschen müssen! Besonders bei Merle gilt: Zucht nie mit Tieren ohne Ahnentafeln oder Tieren aus unseriöser Zucht!

 

Wichtig ist auch, zobelfarbene, wildfarbene und helle Tiere (weiß, creme, Schecken mit viel weiß, hellrote, blaue, apriko, lilac usw.) und auch gestromte Bullys nicht mit Merle zu verpaaren!

Hieraus entstehen eventuell Risiken: Die wildfarbenen, zobelfarbenen, cremefarbenen bekommen oft Welpen mit Merlezeichnung! Diese verschwindet manchmal nach dem Umfellen - hier ist dann eine gewisse Gefahr, dass die Merle-Tiere nicht als solche erkannt werden und später mit Merle verpaart werden. Ein Züchter sollte diese Farben meiden!

Die gestromten Hunde vererben beides bei einer Merleanpaarung und unerfahrene Züchter erkennen die Farbe dann nicht.

Auch weiße, blaue, aprikofarbene und Schecken mit großen Weißanteil beherbergen Gefahren. Darum sollte auf diese Anpaarungen verzichtet werden.

 

Ideal für Merleanpaarungen: Immer nur Nichtmerle (NON-merle) Partner in schwarz, dunkelschoko, schoko und tan, black und tan, schwarz-tricolor oder schwarze Schecken mit hohen Dunkelanteil verpaaren.

 

Die Augenfarbe:

Merle ist an die Augenfarbe gekoppelt! Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass gerade die blauäugigen Hunde Augenprobleme hätten! Dies stimmt nicht! Blaue Augen werden dominant mit Merle vererbt, sind also an Merle gebunden. Selbst zwei dunkeläugige Partner können somit blauäugige Nachzucht bekommen.

Entgegen der Annahme vieler Merlegegner in Deutschland, sagen US-Züchter, dass Dunkeläugige Hunde genauso viele Augenprobleme wie Blauäugige haben können. Dies läge nicht an Merle (sofern man die Anpaarungsempfehlungen Merle nur zu Non-Merle beachtet).

 

Wie immer in der Zucht, liegt es besonders bei Farben wie merle und blue am Züchter, so verantwortungsvoll zu züchten, dass Risiken so gut wie nur irgendwie möglich ausgeschloßen werden können. Und ja, man kann auch diese seltenen Farben züchten und trotzdem seriös sein und gesunde Hunde züchten.