Die häufigsten Erkrankungen
Atopie (atopische Dermatitis) - ist keine Erbrankheit
Die Atopie ist eine allergische Reaktion in Form von Hauterkrankungen auf ein oder mehrere Substanzen im Umfeld des Hundes. Das wichtigste Symptom hierbei ist starker Juckreiz. Besonders h
äufig sind Augen und Pfoten betroffen. Oft sind auch die Ohren betroffen. Die betroffenen Stellen sind entzündet, gerötet und oftmals schuppend.
Hunde können Allergene mit der Atemluft oder über die Haut aufnehmen. Manche sind das ganze Jahr vorhanden, wie z.B. Milben, Hausstaub und Schimmelpilze. Andere kommen nur saisonbedingt vor, z.B. Blüten- oder Baumpollen. Ein Allergietest bringt hier oft Klarheit.
Aber auch auf Futter oder Medikamente kann ein Hund allergisch reagieren und oftmals reicht es schon, die Ernährung auf ein hochwertigeres Futter umzustellen.
Eine Behandlungsmöglichkeit ist Hyposensensibilisierung. Dafür werden Allergene injiziert um das Immunsystem zu reizen und damit zu stärken. Entzündungshemmende Medikamente können helfen den Juckreiz zu lindern. Bei starkem Befall wird eine Atopie oftmals mit Antibiotika behandelt.
Aujeszkysche Krankheit - ist keine Erbkrankheit
Diese tödlich verlaufende Viruserkrankung wird oft auch Pseudowut genannt, weil sie in ihrem Erscheinungsbild stark der Tollwut ähnelt. Das Virus gehört zu den Herpesviren und ist nicht auf den Menschen übertragbar. Die Inkubationszeit beträgt 2- 8 Tage. Der Übertragungsweg erfolgt über die Futteraufnahme oder durch den direkten Kontakt mit infizierten Schweinen. Man sollte deshalb niemals rohes Schweinefleisch füttern.
Im Krankheitsverlauf kommt es sehr schnell zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung, begleitet von starker Unruhe, heftigem Juckreiz, Krämpfen und Tobsuchtsanfällen.
Für die Aujeszkysche Krankheit gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten und sie verläuft für Hunde immer tödlich.
Borreliose - ist keine Erbkrankheit
Die Borreliose ist eine durch Parasiten (Schildzecke) hervorgerufene Infektionskrankheit. Die Inkubationszeit ist sehr schwer zu bestimmen, weil die Symptome oft erst nach Wochen oder Monaten auftreten und leicht
übersehen werden. Den Hund immer sorgfältig nach Zecken absuchen und bei einem Befall die Zecke mit einer handelsüblichen Zeckenzange entfernen.
Die Symptome äußern sich in häufiger Müdigkeit, Fieber, Lahmheit und geschwollenen Gelenken. Oftmals ist auch die Stelle in und um den Zeckenbiss entzündet.
Nach Blutuntersuchungen anhand derer zweifelsfrei eine Borreliose festgestellt werden konnte, wird eine Antibiotika- Kur angeraten.
Vorsorgend kann bei dem Tierarzt eine Schutzimpfung durchgeführt werden.
Demodikose (Rote R
äude) - ist keine Erbkrankheit
Demodikose ist eine durch Parasiten (Demodex canis o. Haarbalgmilbe) verursachte meist entz
ündliche Hauterkrankung des Hundes. Demodex- Milben leben auf der Haut eines jeden Hundes ohne eine wirkliche Gefahr für dessen Gesundheit darzustellen. Bei einem Hund mit defektem Immunsystem dagegen können sich die Milben unkontrolliert vermehren und tief greifende Probleme verursachen. Die meisten Krankheitsfälle treten bei Welpen auf.
Die Demodikose zeigt sehr unterschiedliche Erscheinungsformen, oft mit stark entzündeten, geröteten, schuppigen und haarlosen Hautstellen. Eine Diagnose kann nur der Tierarzt stellen. Dafür wird ein Hautschabsel gemacht und unter dem Mikroskop untersucht.
Zur Behandlung sollte das Fell lokal geschoren werden und eventuelle Schuppen oder Verkrustungen sanft mit einem Spezialschampoo entfernt werden. Ein individuell auf den Hund abgestimmter Therapieplan sollte angelegt werden, und Hauterkrankung sollten mit medizinischen Bädern und speziellen Schampoos behandelt werden. Auch sollte Antibiotika verordnet werden.
Die Behandlung kann sehr langwierig sein und sich durchaus über viele Monate hinziehen.
Epilepsie - genetisch bedingt und vererblich
Es gibt zwei Formen von Epilepsie.
Die prim
äre Epilepsie (echte Epilepsie), das ist auch die verbreitete Form von Epilepsie. Sie ist genetisch bedingt und vererblich.
Und die sekundäre Epilepsie (erworbene Epilepsie) ist die zweite Form von Epilepsie. Die Anfälle werden verursacht durch frühere oder vorhandene Krankheiten.
Eine primäre Epilepsie kann nur dann sicher diagnostiziert werden, wenn eine sekundäre ausgeschlossen worden ist.
Ein Tier, das noch kein Jahr alt ist und bereits unter Anfällen leidet, hat höchstwahrscheinlich keine primäre Epilepsie, da diese in der Regel nur im Alter zwischen 1- 5 Jahren auftritt.
Erscheinungsformen der Anfälle:
Genereller Anfall:
Bei dem generellen Anfall ist das gesamte Hirn des Hundes betroffen. Typisch für den Anfall sind plötzliche Versteifungen des ganzen Körpers, Verdrehen der Augen, wiederholte rhythmische Krämpfe in den Extremitäten.
In der Regel verliert der Hund das Bewusstsein und ist hinterher sehr erschöpft, schwer oder gar nicht ansprechbar. Die Dauer ist abhängig von der Dauer des Anfalls.
Partieller Anfall:
Bei dem partiellen Anfall ist nur ein Teil des Hirnes betroffen. Typisch für diese Erscheinungsform ist das Zucken einzelner Gliedmaßen, einseitige Krämpfe und/oder laufende Wiederholungen bestimmter Bewegungen. In der Regel gibt es hier kein Bewusstseinsverlust und der Hund ist hinterher höchstens verwirrt.
Head Shaken - Vitamin- und Calciummangel oder Durchblutungsstörung
Wird oft mit Epilepsie verkannt, ist jedoch harmlos. Der Hund zeigt plötzlich starkes Kopfzittern. Am besten sofort mit ihm rausgehen und ablenken. Das Zittern verschwindet dann ebenso schnell wie es kam. Vitamin B zuführen und ab und an eine Calcium Brausetablette in Wasser auflösen und geben.
Nickhautvorfall - häufiges Bulldogleiden
Einem Nickhautvorfall geht immer eine Bindehautentzündung voran. Wennn diese sofort mit Salbe ( Corti Biciron N) behandelt wird, hat man meist gleich Erfolg und keine weiteren Probleme.
Bei der Nickhaut handelt es sich um eine bewegliche Haut im inneren Augenwinkel, das so genannte dritte Lid. Die Entz
ündung der Nickhaut betrifft meistens junge Hunde bis zu 2 Jahren. Wenn die Nickhaut sich entzündet hat, kommt meistens ein gerötetes kirchkerngroßes Gebilde am inneren Lidrand zum Vorschein.
Als erste Behandlungsmöglichkeit kann der Tierarzt unter örtlicher Betäubung die Nickhaut wieder zurück an ihren Platz bringen. Sollte die Drüse danach doch wieder rauskommen, bleibt nur noch die operative Fixierung der Nickhautdrüse am inneren Augenlid.
Es besteht auch noch die Möglichkeit einer kompletten Entfernung der Nickhautdrüse, wovon wir eindringlich abraten. Da die Drüse Tränenflüssigkeit produziert und wenn sie entfernt wird, oft das Auge zu stark austrocknet. Das kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
Quelle: © 2000 - 2007 by englischebulldogge.de