"Fehlfarbe" English Bulldog

 

Unsere Akita - Farbe tri colour

 

Fell- Fehlfarben

 

Ein besonders guter Artikel von Frau Dr.med.vet. Anna Laukner zur Beurteilung von Fehlfarben.

Unter Fehlfarbe versteht man eine Fellfarbe oder Zeichnung die bei einer jeweiligen Rasse nicht im "Standard" vorgesehen ist oder die ausdrücklich als "nicht erwünscht" bezeichnet und vom Standard ausgeschlossen wird.

Eine Farbe oder Zeichnung die bei einer Rasse erwünscht und zugelassen wird, kann bei einer anderen Rasse unerwünscht und ausgeschlossen sein.

Je nach Rasse sind die Ursachen und Begründungen für den Auschluß bestimmter Farben und Zeichnungen unterschiedlich.

 

Gefahr:

Der Genpool der Rasse wird unnötig stark eingeschränkt, wenn ein gesunder Hund dieser Rasse nur aufgrund der "falschen" Farbe nicht zur Zucht zugelassen wird.

Die Übergänge dieser Begründungen sind fliessend. So wird eine Ablehnung oftmals mit "Tradition" begründet.

Das dies nicht besonders schlau ist zeigt die Tatsache, das Hunde die traditionell für die Jagdt oder als Herdenhunde gezüchtet wurden, schon lange nicht mehr dafür eingesetzt, sondern einfach als Familienhunde gehalten, die allenfalls sportlich geführt werden.

Interessanterweise gibt es Rassen, bei denen laut Standard alle Farben zugelassen sind, aber nicht alle Farben vorkommen. Ein Beispiel: Beim Whippet sind alle Farben erlaubt, es kommen jedoch nicht alle Farben vor. Ein merlefarbener oder tri color Whippet (Färbung wie beim Berner Sennenhund), ist also offiziell zugelassen, müßte aber die Richter doch wegen einer möglichen Fremdeinkreuzung stutzig machen.

Die neueren Erkenntnisse im Bereich der Genetik erlauben es bei manchen Farbschlägen, Anlagenträger einer rezessiven Fellfarbe zu erkennen (also etwa die Anlage für gelbe Tupfer bei einem schwarz oder braun getupften Dalamatiner).

Die Problematik, die sich hier ergibt, ist die vorschnelle Selektion solcher Anlageträger.

Der Genpool würde unötig eingeschränkt, wenn mit solchen Hunden nicht mehr weitergezüchtet würde.

Ziel sollte es allenfalls sein, nicht zwei Anlagenträger miteinander zu verpaaren, damit keine fehlfarbenen Welpen geboren werden.

Ein Anlagenträger, verpaart mit einem Anlagefreien Hund kann keine fehlfarbenen Welpen bringen.

 

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Farbbeschränkungen in der modernen Hundezucht überhaupt noch sinnvoll sind. Sofern eine Farbe nicht mit negativen gesundheitlichen Effekten vergesellschaftet ist, gibt es keinen vernünftigen Grund, einen ansonsten typvollen, gesunden und wesensfesten Vertreter einer Rasse aus der Zucht fernzuhalten. Im Gegenteil: Die negativen Effekte einer Genpoolverengung überträfen bzw. übertreffen die Vorteile einer solchen Selektion.

 

Verbote von Farbkreuzungen sind ebenfalls noch weit verbreitet. Bei Deutschen Doggen, Pudeln, Zwergschnauzern und etlichen weiteren Rassen, dürfen nur bestimmte Farbschläge miteinander verpaart werden. Hierdurch soll die Farbreinheit der einzelnen Farbschläge gewährleistet und die Entstehung von "Fehlfarben" verhindert werden. 

Auch hier gilt: Der Genpool wird durch solche Praktiken eingeengt.

Quelle: Dr. med. vet. Anna Laukner

 

Dieser Artikel erfreut mich sehr, bestätigt er doch das, was ich immer schon dachte. Viele Rassestandards erscheinen in Bezug auf die in der Rasse als "Fehlfarbe" beschriebenen Farben, absolut sinnfrei und entbehren jeder Logik.

An diesen Standards festzuhalten ist nicht nur unsinnig, es wirkt sich negativ auf den Genpool aus, der bei vielen Rassen sowieso zu klein ist. Der Hauptgrund für Erbkrankheiten.

Man sollte sich endlich eingestehen, dass viele Fehlfarben auch nur von ganz gewöhnlichen Menschen mit persönlichen Vorlieben in die verschiedenen Rassestandards aufgenommen wurden, und dass dies nach heutigen Wissensstand nicht mehr befürwortet werden kann. Die Begründung aus "Tradition", oder weil es halt so ist (?!?) ist einfältig und in keiner Weise der Gesunheit unserer heutigen Rassen zuträglich.

 

Ein gutes Beispiel findet man bei den English Bulldogs. Schwarz-weiss z.B. wird als Fehlfarben deklariert und bedeutet Zuchtausschluß. Diskussionen darüber sind Zeitverschwendung. Eingefleischte EB Züchter halten verbissen am Standard fest. Eine häufige Begründung: Schwarze EB vererben dominat, bald würde es nur noch schwarze EB geben. Das ist jedoch nicht richtig. Mischerbige schwarze EB, vererben ihre Farbe nicht. Das die EB noch vor dem festlegen ihres Rassestandards sehr häufig schwarz und in dieser Farbe auch beliebt war, interessiert niemanden. Jetzt ist es eben eine Fehlfarbe und Schluß. Sagen Sie selbst- ist das etwa eine sinnvolle oder der gesunden Zucht, die jeder Züchter anstrebt, zuträgliche Einstellung? Wohl eher nicht!

 

Manchmal fragt man sich wirklich, wie es sein kann dass viele Jahrzente kein Mensch hinterfragt, weshalb eine Farbe als Fehlfarbe und somit Zuchtausschluß in den Standards der heutigen Hunderassen festgehalten wird. Trotz gesundheitlicher Enge, in welche uns diese Standards in der Hundezucht teilweise trieben und noch immer treiben. Ich führe es auf das Herdenverhalten, welches den meisten von uns eben angeboren ist zurück. Wenn in einem Standard steht "Fehlfarbe" so begnügen sich die Menschen damit. Sie haben das so gelesen und dann muss es auch gut sein. Sie fragen nicht WARUM es so geschrieben steht, sie greifen sogar noch Halter solcher Hunde an, ohne sich jemals Gedanken über Sinn-und Unsinn von Fehlfarben gemacht zu haben. Zum Glück gibt es aber auch noch andere Menschen. Solche die sich nicht damit abfinden, dass es so geschrieben steht, sondern solche die nachfragen, WARUM es so geschrieben steht. Und das sind diese Menschen, die bereit sind veraltete und verstaubte Ansichten und Standarde gegen modernere Geisteshaltung in der Hundzucht zu ersetzen.

 

Auszug Standard - zugelassene Farbe der Victorian Bulldog:

 

Brindle/white, All other brindle [including black/brindle. Solid white or pied, Fawn or Tan. Solid black, blue, & blue brindles [formerly undesirable colors] are secondary colors. When judging the color should not play a factor in the quality of the dog, the color of the bulldogge should not be considered
except in cases of equal merit; the secondary colors would then take second.

 

Auf Deutsch: blau und blau brindle ist zugelassen da nicht die Farbe über die Qulität eines Hundes enscheiden sollte.

 

Standard Farbe OEB:

 

Any color, except merle, is acceptable with no preference for one over another.  The coat is short.  A wavy coat or a long coat is a disqualifying fault.  There should be no signs of feathering on the legs or neck area, also a disqualifying fault.

Auf Deutsch: Jede Farbe außer Merle.

Info zu Merle hier: www.border-wiki.de/index.php/Merle-Gen

 

Anmerkung von mir: Schliesslich gibt es noch die Färbung Blue Merle, die mit Blau verwechselt werden kann. Merlefarbene Hunde haben ebenfalls eine andere genetische Grundlage (Merle-Faktor). Blue Merle hat eine blaugraue Grundfarbe mit zerrissenen schwarzen Flecken. Siehe "Blaue Hunde" im Menü.

Somit ist auch blau bei den OEB erlaubt, da Merle nichts mit dem Dilute Gen dd, welches zur Blaufärbung führt, zu tun hat.

 

Da bei den OEB auch "beige" erlaubt ist, welches das selbe Dilute Gen ist wie bei blau, nämlich dd, kann blau eigentlich gar nicht ausgeschlossen sein, denn dann müßte auch die Farbe creme ausgeschloßen werden.

 

Gene:

DD trägt ist schwarz

Dd trägt ist schwarz vererbt aber an 50% seiner Nachkommen das d - Allel

dd trägt ist blau oder creme (beige)

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Bei den Alternative Bulldogs ist jede Farbe erlaubt.

 

Weitere Bullys die blau gezüchtet werden:

 

Standard Dorset Bulldog:

 

Dorsets are bred in variations of with, brindle, also black and slate grey-blue, the slate gray blues know as Dorset Blue poole's as an respect and tribute to the original blue Paul of Scotland and teh Area of Poole in Dorset.

 

Campeiro Bulldog:

Jede Farbe erlaubt (grey somit blau)

 

Olde Boston Bulldogge:

Alle Farben- auch blau- erlaubt

 

Aussie Bulldog:

 Alle Farben auch silver brindle erlaubt

 

Catahoula Bulldog:

Alle Farben und auch blaue Augen erlaubt

 

Alapaha Blue Bulldog:

Natürlich in der Farbe blau erlaubt

 

Um nur einige zu nennen.

 

Hier ein Link zu den verschiedenen Bulldograssen, die es schon lange gibt und welche seit Jahrzenten gut gefestigte Linien sind und welche teilweise schon immer auch in der Farbe blau gezüchtet werden.

 

www.bulldoginformation.com/bulldog-breeds-types.html

 

Man beachte auch die Rasse "Kerry Blue Terrier". Bis auf die Züchter im Gebiet Kerry, haben alle Züchter die blauen Welpen getötet. Die Züchter in Kerry jedoch nicht und sie fanden bald heraus, dass gerade die blauen Terrier robuster und wesensfester waren. Bis heute erfreut sich diese Rasse größter Beliebtheit.