Ava vom Frankenstein aka Honey - Hündin aus dem A-Wurf

Liebevolle konsequente Erziehung

 

In dem Moment, wenn Sie den Hund als Welpen übernehmen, beginnen Sie mit der Erziehung. Welpen sind neugierig. Sie probieren Tätigkeiten aus, die von Ihnen nicht gewünscht werden. Sie müssen lernen zu unterscheiden, was sie anknabbern dürfen und was nicht, wo sie sich lösen dürfen und wo nicht und vieles mehr. All dies lehren Sie Ihrem Welpen durch Ihr konsequentes Verhalten im Hinblick auf sein Tun, durch Ihre Reaktionen darauf. Das ist bereits Erziehung! Überlegen Sie, welches Verhalten Ihr Hund zeigen soll und trainieren Sie es. Setzen Sie bei erwünschtem Verhalten an, warten Sie nicht auf unerwünschtes Verhalten.

 

Zwischen der 8. und 11. Lebenswoche lieben Welpen noch alle Menschen, die nett sind. Ab der 12. Woche bauen sie dann eine feste Bindung zu ihrem Menschen auf.

Die meisten falschen Dinge, die ein (junger) Hund tut, sind vorhersehbar. Er wird vermutlich nach dem Aufwachen pinkeln, an geeignetem Material herumkauen, an Besuchern hochspringen, am Zaun kläffen bzw. an der Tür, wenn es klingelt, zu anderen Hunden laufen wollen unseren Rückruf womöglich überhören….. Alles Dinge, die mit geeignetem Alternativtraining von Anfang an in erwünschte Bahnen gelenkt werden können, und zwar über positive Bestärkung!

 

Ein Welpe lernt bei allem, was er tut. Je mehr Sie ihn gerade in den ersten Wochen nach der Übernahme, die in der Regel zwischen der 8. und 10. Lebenswoche erfolgt, lernen lassen, je mehr unterschiedliche Lernsituationen Sie ihm bieten, desto leichter wird er sein Leben lang lernen. Sie müssen die Lernsituationen schaffen und lenken, d.h. darauf achten, den Hund nicht zu überfordern (Welpen haben eine kurze Konzentrationszeit, ermüden rasch, achten Sie auf so genannte Beschwichtigungssignale) zu verunsichern oder aber ihn übermäßig zu beschützen. Der Welpe muss aufmerksam beobachtet werden, erwünschtes Verhalten (z.B. das Lösen am richtigen Platz) müssen bestätigt/belohnt werden. Achten Sie darauf, unmittelbar zu loben, damit der Hund richtig versteht, wofür er gelobt wird. Einen Welpen beispielsweise für das Lösen an der richtigen Stelle im Garten zu loben, wenn er wieder das Haus betritt, ist viel zu spät! Er wird diese Belohnung mit dem Hereinkommen ins Haus verknüpfen.

Was ein Welpe lernen sollte:

  • bestimmte Dinge in Ruhe zu lassen

  • nicht zu betteln

  • kurze Zeit allein zu bleiben

  • Sozialverhalten mit anderen Hunden und Menschen

  • Umgang mit unterschiedlichen Umweltreizen (Verkehr, Jogger, Radfahrer, Geräusche, verschiedene Bodenbeläge usw.)

  • im Auto mitzufahren (auch das Ein- und Aussteigen)

  • sich anfassen lassen und die Zähne zeigen

  • Ignorieren anderer Tiere (Haus- und Wildtiere)

  • an der Leine laufen

  • einfache Kommandos wie Sitz, Platz, Hier (Kommen auf Zuruf) werden ihm liebevoll und gewaltfrei beigebracht.

  • Stubenreinheit

Bei vielen dieser Dinge ist eine gut geführte Welpenspielstunde unerlässlich! Dort erhalten Sie auch Hinweise, wie Sie die Dinge, die Sie zu Hause üben müssen, am besten durchführen. Achten Sie auf Konsequenz im Umgang mit dem Hund, dies gibt ihm Sicherheit. Bei Begegnungen mit anderen, erwachsenen Hunden, sollten Sie nicht auf den Welpenschutz vertrauen, dieser gilt nur gegenüber Welpen aus dem eigenen Rudels. Es gibt durchaus Hunde, die Welpen beißen! Ersparen Sie Ihrem Welpen diese Erfahrung, indem Sie ihn nur mit gut sozialisierten erwachsenen Hunden spielen lassen.

Anlegen von Halsband und Leine.

 

Sollte der Züchter den Welpen noch nicht an Halsband oder Brustgeschirr und Leine gewöhnt haben, können Sie das tun, indem Sie damit anfangen dem Welpen das Halsband anzulegen, bevor er sein Futter bekommt. Benutzen Sie dafür ein weiches, ausreichend breites Halsband oder ein Brustgeschirr. Sehr schnell wird er verknüpfen, dass nach dem Anlegen des Halsbandes etwas Positives, nämlich sein Fressen folgt.

 

Als nächsten Schritt kommt die Leine dazu. Nehmen Sie eine leichte Leine oder eine Schnur, die der Welpe leicht hinter sich her ziehen kann und befestigen sie diese ans Halsband – wieder kurz vor der Fütterung.

 

Am nächsten Tag nehmen Sie die Leine bereits locker durchhängend in die Hand und begleiten den Kleinen zum Futternapf.

Sie werden sehen, das Anlegen von Halsband und Leine wird schnell akzeptiert werden.

Zusätzlich können Sie Halsband und Leine auch anlegen und mit dem Welpen spielen. Auch so kann er beide Teile positiv verknüpfen. Achten Sie nur darauf, dass er mit der Leine nirgends hängen bleibt, sich vertüdelt oder drauf tritt und fällt.

Wenn Sie das erste Mal mit ihrem Welpen angeleint nach draußen gehen, kann es passieren, dass der Kleine a) gar nicht vom Grundstück weg will, sich hinsetzt und keinen Schritt von alleine läuft oder b) er stürmt nach vorne und marschiert ohne Furcht los. Beides ist ganz normal.

Ein etwas unsicherer Welpe möchte das gesicherte Grundstück erst nicht verlassen. Ziehen Sie jetzt bitte nicht an der Leine, sondern locken Sie ihn nur mit Futter oder Spielzeug heran. Vermeiden Sie es unbedingt, ihn zu bemitleiden und zu trösten. Mit diesem Verhalten verstärken Sie nur seine Angst. Sie geben ihm dadurch unbewusst Recht, dass gerade etwas Schlimmes passiert. Dies gilt für Angstverhalten des Hundes in jeder Situation! Wenn Sie die Angst des Kleinen nicht unbeabsichtigt verstärken, gibt sich dieses Verhalten bald von allein. Schnell wird er merken, dass es Spaß macht, draußen spazieren zu gehen. Gehen Sie selbst mit guten Beispiel voran, in dem Sie selbstsicher auftreten und alle Ängste ignorieren. Ihr Welpe soll das Gefühl bekommen, dass er bei Ihnen immer sicher ist. Das gilt sein ganzes Leben lang.

 

Bei den weniger ängstlichen Welpen sieht es oft so aus: Der Welpenbesitzer leint seinen Hund an, der Kleine stürmt voraus und Herrchen bzw. Frauchen gehen hinterher. Welche Erfahrung macht der Welpe hier?...genau: Er stellt fest, wenn ich an der Leine ziehe, folgt Herrchen/Frauchen mir! Anfangs werden Sie das gar nicht bemerken, der Welpe ist noch klein und leicht. Dies ändert sich aber schnell und es kommt der Tag, an dem Sie dieses Ziehen an der Leine als unangenehm und evtl. schon als Problem ansehen. Vermeiden Sie also von vornherein ein Ziehen an der Leine!

Wichtig: Um eine emotionale Achterbahn zu vermeiden, muß der Welpe wissen, wer sein Leitwolf ist. Zeigen Sie Ihrem Hund, daß er Ihnen vertrauen kann, daß Sie das Rudel führen können. Dazu bestehen Sie konsequent auf festen Regeln des Zusammenlebens, unterbrechen von sich aus das Spiel und bestimmen, wann gefressen wird.

 

Verwechseln Sie Konsequenz nicht mit militärischer Strenge. Liebevoll ist das Zauberwort!

Wichtig ist, daß Ihre Familie am gleichen Strang zieht. Was der eine erlaubt, darf der andere nicht verbieten. Und: der Ton macht die Musik. Geben Sie Kommandos mit fester Stimme, Lob mit freundlicher und Tadel mit strenger. Anschreien und Schlagen helfen nicht weiter. Der Welpe muß merken, daß es sich für ihn lohnt, wenn er gehorcht. Loben ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Doch Achtung: Welpen sind bestechlich. Manchmal tun sie nur dann etwas, wenn ein Lekkerbissen winkt.

Beschränken Sie deshalb die Belohnungen für das gewünschte Verhalten nicht nur auf Lekkerlis. Ein Hund freut sich genauso über Streicheleinheiten und lobende Worte.

 

Es versteht sich von selbst, das jeder Welpenkäufer verpflichtet ist Verantwortung zu übernehmen und seinem Hund eine gute Erziehung zu kommen lässt. Das ist der Grundstein für ein problemloses Leben mit dem Hund. JEDER Hund kann gut erzogen werden!