Alternative & OEB?
Einfach ein kurzer Überblick:
Alle diese folgenden Bulldograssen werden irreführender Weise landläufig seit vielen Jahren als OEB (Old English Bulldog bezeichnet. Dieser Begriff hat sich unaufhaltsam zu einem Überbegriff etabliert.
OEB ist aber bei weitem nicht nicht gleich OEB und es bedarf einer korrekten Aufklärung.
Was ist eine OEB- "Olde Englishe Bulldogge"?
Die Olde Englishe Bulldogge ist die Leavitt Bulldogge. Sie
wurde in den 70 Jahren von David Leavitt gezüchtet und ist eine gefestigte und
gut durchgezüchtetet Rasse mit eigenem und einheitlichen Rassestandard.
Nicht FCI anerkannt. Da es durch Olde und Old - kurz OEB- immer zu Verwirrungen
kam, nennt David Leavitt seine OEB's seit geraumer Zeit - Leavitt
Bulldog. Der Zucht und Dachverband ist die LBA (Leavitt Bulldog Assosiation) in USA.
Was ist ein "Old English Bulldog" - ebenfalls OEB Kurzform?
Das sind weitere gefestigte und seit Jahrzenten gut durchgezüchtete OEB's wie
Dorset, Hermes, Renascence, Old Victorian Bulldog und weitere.... Sie alle haben
jeweils einen eigenen und einheitlichen Rassestandard und sind ebenfalls
nicht FCI anerkannt. Dem Renascene unterstellt man zu unrecht und zwar aufgrund
seiner roten Nase, die Einkreuzung von Listenhunden. Dies ist nicht richtig. Der
Renascence ist seit Jahrzehnten gefestigt und eine gut durchgezüchtete Old
English Bulldog Rasse, in die natürlich kein Listenhund eingekreuzt
wird. Zuchtregister ist die IOEBA und auch einige Deutsche Vereine wie die URCI und MBV e.V.
Was ist ein "English Bulldog Old Typ", "History Bulldog", "Old Style" usw...?
Das sind Bezeichnungen für reine Bulldoggenlinien wie (Dorset, Old Victorian usw...) die ebenfalls in den 70-iger Jahren begründet wurde) und die immer wieder mit English Bulldog gekreuzt wurden und deren Nachkommen untereinander und dann wieder mit English Bulldog, weil sie nicht nur dem Aussehen der historischen Bulldogs, wie sie im 18. Jahrhundert aussahen, sehr nahe kommen, sondern auch etwas sportlicher sind als reine English Bulldogs. Keine FCI Anerkennung. Alle historischen Bulldoggen hatten bis ins 19. Jahrhundert keinen Rassestandard.
Erlaubt waren alle Größen und alle Farben.
Als Rassestandard wird heute häufig der IOEBA Standard genommen. Zuchtregister IOEBA und auch einige Deutsche Vereine wie die URCI und MBV e.V.
Was sind Alternative Bulldogs?
Alternative Bulldogs sind Bullys, die aus Kreuzungen aller
bestehenden, FCI anerkannten (English Bulldog) und nicht anerkannten Bulldograssen (Old Typ) enstehen. Verpaart werden teils oben genannte und auch nicht genannte Bulldograssen miteinander.
Je nach gewünschtem Erscheinungsbild und nach eigener Vorstellung des Züchters.
Auch die gesundheitlichen Aspekte spielen hier eine große Rolle. Der Genpool
soll vergrößert werden, gesundheitliche Schwächen der jeweiligen Bulldog
Rassen, sollen im Rahmen dieser Zucht verbessert werden. Alle Farben und Größen
erlaubt. Keine FCI Anerkennung. Als Standard wird meist der IOEBA
(Internationale Old English Bulldog Assosiation) Standard genommen, da er so
ausgelegt ist, dass alle Alternativen darin Platz haben.
Register ist die IOEBA, der EKC, MBV e.v. und auch einige Deutsche Vereine mit Zuchtordnung und Regeln.
Was ist der Continental Bulldog?
Das ist eine neue Rasse, die jedoch aus den bereits bestehenden, alten und
neueren Bulldograssen gezüchtet wird. Miteinander verpaart werden English
Bulldog, Olde Englishe Bulldogge (Leavitt), Old English Bulldog (Renascense und
Olde Victorian), Kreuzungen aus diesen Rassen und andere Alternativ Bulldogs. In
der Schweiz ist der Continental Bulldog als Rasse anerkannt, die FCI Anerkennung
wird angestrebt. Im Moment ist der Continental Bulldog ein "Alternativ Bulldog",
der im Rahmen einer kontrollierten Zucht den eigenen, vom Continental Bulldog
Club vorgegeben Standard dieser neuen Rasse erreichen soll. Besonders auf
das HD und ED Röntgen wird geachtet. HD Grad-C ist in der Zucht erlaubt. Höhere
Grade, dürfen nach Beurteilung des Zuchtleiters noch in die Zucht.
Zuchtverband ist der Continental Bulldogclub.
Was ist ein Modern English Bulldog (kurz MEB)
Die "Modern English Bulldogge" ist keine Old English Bulldogge. Vielmehr ein moderner und sportlicherer Englisher Bulldog. Es ist die Bezeichnung unserer Zuchtrichtung und Bulldoglinie, für eine moderne Englische Bulldoggen Variante mit Lebensqualität! Um sich abzugrenzen, bekam unsere Zucht den Namen "Modern© English Bulldog". Es handelt sich um eine Zuchtlinie und Zuchtrichtung, die von der geringen Größe und vom Typ her, (English Bulldog, jedoch in gemässigter und trotzdem typvoller Form) ohne Einkreuzung von Terrieren, der Vorstellung und der Philosophie der M©EB Züchter entspricht. Größter Wert wird auf gesunde und freundliche Hunde in angenehmer Größe gelegt. Das künftige Zuchtziel welches bei unserer Bulldoglinie, die als Familienhund bestens geeignet ist angestrebt wird, ist eine moderne Englische Bulldogge in der Größe von ca. 40 cm. Die MEB sollen breite Mäuler und kurzen Nasen haben, jedoch nicht zu kurz, freiatment und ohne riesige Nasenfalte, sehr typvoll, mit rassetypischen aber gemässigtem Vorbiss und auf jeden Fall auch wie English Bulldogs aussehend. Schmale Köpfe, dreickig zulaufende Schnauzen ohne Vorbiss, (Bullys die an Rottweiler, Pit Bull, Boxer oder Labrador Mixe erinnern) lange, dünne Beine und zu schlankes Gebäude werden von der Zucht ausgeschloßen. Der Modern English Bulldog soll aktiv aber nicht triebig, massig und kompakt, von kräftiger Statur mit breiter Brust, jedoch nicht fett und unbeweglich, mit mässiger Faltenbildung an breitem Kopf, im English Bulldogtyp stehend, freundlich mit enormer Ausstrahlung und gelassenem Gemüt sein. Eine Bulldogge die sich als freundlicher Familienhund bestens eignet und trotz ihrer geringen Größe (im Gegensatz zu anderen Bulldoglinien die bereits über 50 cm erreichen) enorme Ausstrahlung, ein liebevolles Wesen und Persönlichkeit zeigt.
Zuchtverband ist der MBV e.V. (Modern Bulldog Verein)
Listenhunde
Stehen Modern English Bulldogs und somit Hunde aus unserer Zucht auf der Liste der gefährlichen Hunde?
Nein. Es sind keine Listenhunde.
Wir züchten einen modernen English Bulldog. Unsere Zucht hat den Namen „Modern English Bulldog“.
Es handelt sich bei unseren Zuchthunden um Hunde aus Verpaarungen von English Bulldogs mit Bulldog Old Typ oder Bulldogs Old Style, welche aus Kreuzungen zwischen English Bulldog und reinen Bulldoggen Linien, die wiederrum schon seit vielen Generationen (gut 40 Jahre) immer wieder mit English Bulldog gekreuzt wurden hervorgingen.
Es sind weder Staffys noch Pit Bulls oder andere Listenhunde in unserer Zuchtlinie zu finden. Unsere Hunde sind teilweise schon zu mehr als 85 % reine English Bulldog und 15 % aus English Bulldog Old Typ ( und deren Nachkommen wurden und werden auch künftig hauptsächlich nur noch mit English Bulldog verpaart, damit wir unserem Zuchtziel von einer „modernen“ Englischen Bulldogge mit Lebensqualität so nahe wie möglich kommen.
--------------------------------------------
Meine Meinung zu den OEB
1. Häufig hört man von bösen Zungen, dass jeder in seinen Englischen Bully einen Dackel oder Pudel mixen, diese dann OEB nennen kann und Papiere erhält. Das ist natürlich Schwachsinn. Kein Bullyzüchter kreuzt Rassen ein, die nicht der großen Familie der Bulldogs angehören. Jeder kann kreuzen was er will und das dann OEB nennen, ist ein häufiges und dummes Argument, welches bevorzugt von Menschen vorgebracht wird, die generell etwas gegen die OEB Zucht haben oder sich selbst wirtschaftliche Vorteile davon erhoffen oder sich als "seriöser" als andere Züchter hervor tun möchten.
Man hört sowas durchaus auch von Züchtern der oben genannten Bulldoglinien. Über seriös und unseriös entscheidet aber letztendlich nur die Züchterethik. Was helfen zum Beispiel vorgeschriebene HD Auswertungen in einer von einem Vein kontrollierten Zucht, wenn Hunde mit einer ausgewerteten HD-D oder E Hüfte in die Zucht gehen und vom Verein die Erlaubnis dafür erhalten?
2. Ebenso hört man sehr häufig, dass Züchter Listenhunde einkreuzen. Das ist ebenfalls Schwachsinn. Gerade die Listenhunde der Kategorie 1, wird man in Deutschland wohl kaum noch problemlos einkreuzen können und abgesehen davon, kenne ich keinen einzigen Bullyzüchter der das machen würde. Ganz im Gegenteil.
3. Noch vor einigen Jahren konnte ein OEB und Alternativ Bulldog Züchter nur Amerikanische Papiere beziehen. Das hat sich bereits geändert. Obwohl alle OEB's und Alternativen nicht FCI anerkannt sind, gibt es schon einige Rassehundvereine in Deutschland, welche auch diesen Hunden einen Platz bieten. Das ist natürlich super. Dadurch gibt es mittlerweile auch viele Züchter welche "kontrolliert" in einem Verein züchten, einen Zuchtwart haben, Züchterseminare besuchen, alle Untersuchungen an den Zuchthunden machen lassen, Zuchtauglichkeitsprüfungen ablegen und dann deutsche Papiere für ihre Welpen erhalten.
Auch das HD röntgen ist in diesen Vereinen Pflicht. Einer dieser Vereine, welcher jedem Bulldog einen Platz bietet ist der MBV e.V. (Modern Bulldog Verein e.V.). Wir züchten im MBV.
Untersuchungen sowie Zuchttauglichkeitsprüfungen sind vor der Zucht erforderlich. Dies ist sehr erfreulich und ein Schritt in die richtige Richtung und besonders was HD und ED betrifft sind die Auflagen für Züchter bereits sehr streng. Da gerade Bullys ganz vorne stehen, auf der Liste der Rassen mit den häufigsten HD Diagnosen, fordern wir das sehr.
5. Auch immer mehr Ausstellungen gibt es, bei denen alle OEB's und Alternativen gerichtet werden und es tut sich einiges in der Bulldogszene.
Die zynische und boshafte Anspielung, warum die OEB's so unterschiedlich aussehen, hört man häufig nach Hundeausstellungen. Aber es kann ja gar nicht anders sein. Es gibt ja auch viele verschiedene Linien. Daß diese Hunde auch unterschiedlich aussehen, ist ja wohl kein Wunder. Das ist ja auch der Grund warum es nicht nur DEN EINEN geben kann und auch nicht nur DEN EINEN Standard.
Alle Linien haben doch bereits ihren eigenen Standard, sind gut gefestigt und niemals werden diese unter einen Hut gebracht werden, um nur DEN EINEN Bulldog zu haben. Wozu auch? Gäbe es nur einen Bulldog, zum Beispiel nur den Dorset, dann würde uns das nicht freuen.
Alle müssen gleich aussehen, Abweichungen unerwünscht...für mich nicht nachvollziehbar und in der Zucht weder eine Herausforderung noch aufregend, sondern eher langweilig. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung und Gespräche darüber mit anders Denkenden führe ich nicht mehr. Hab ich wegen absoluter Sinnlosigkeit aufgegeben.
Egal welcher Bulldog Typ Ihnen gefällt, es sind überall gute Welpen zu finden, die Zucht wird immer besser und nicht wie viele dieser ewigen Schlechtmacher behaupten, schlimmer. Mit der zunehmenden Akzeptanz der verschiedenen Bulldog Linien in immer mehr Hundezuchtvereinen, kann man der "kontrollierten" Bulldogzucht trotz fehlender FCI Anerkennung, positiv entgegen Blicken, da sich sehr viele Züchter diesen Vereinen angeschloßen haben und ebenfalls einer "kontrollierten" Zucht unterliegen.
Achten Sie beim Kauf einfach darauf, dass Ihr Welpe Papiere hat, dass seine Eltern Papiere haben, das er von einem Züchter unter der Kontrolle eines Vereines gezüchtet wurde -dessen Zuchtordnung der Züchterethik entspricht -und dass die Elterntiere gesund sind. Ein Bulldog der keine 500.-bis 800.- Euro kostet, wird wohl kaum in die Kategorie "seriöse" Zucht fallen.
Alleine vom wirtschaftlichen Aspekt her, kann so ein Züchter nicht viel in seine Welpen, wie gutes Aufzuchtfutter, Impfungen, Entwurmungen, Papiere, Wurfabnahme, tierärztliche Untersuchungen der Welpen und der Elterntiere, gute Fütterung der Hündin und vor allem Zeit, die Welpen nun mal brauchen, investiert haben und anscheinend sind ihm die Welpen deshalb auch selbst nichts wert. Und einem Käufer sollte sein künftiger Welpe auch soviel wert sein, dass er gerade hier nicht nach einem Schnäppchen sucht.
Heut zu Tage gibt es genug Info im Internet und jeder potentielle Käufer hat die Möglichkeit sich zu informieren und einen guten oder schlechten Züchter zu erkennen.
Autor Elisabeth Stanzer Januar 2010
Copyright Elisabeth Stanzer
Für alle die sich ständig an meinen Texten bedienen, schreibt bitte wenigstens die Quelle dazu. DANKE!